„Manchmal fühlte ich mich wirklich an die „Beschlüsse“ der UN Klimakonferenzen erinnert. Aussagen à la „genauere Zahlen oder weitere Details werden wir liefern, wenn die Opposition zugestimmt hat“ oder „das regeln dann spätere Gesetze“ erinnern doch stark an die Absichtsklärungen von UN Klimakonferenzen. Inwieweit diese Absichtserklärungen jeweils umgesetzt werden, haben wir leidlich erfahren.“ so Johannes Hiry, Vorsitzender des Juso Kreisverbandes Saarlouis.
Hier wird auf Kosten von Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrern Politik gemacht.
Aber an den Stellen wo es wichtig wäre konkret zu werden, wird man leider mit „möglicherweise“- und „circa“-Aussagen abgespeist.
Beispielsweise beim Klassenteiler wäre, aufgrund der demografischen Entwicklung, eine Zahl von 23 Schülerinnen und Schüler für die Gemeinschaftsschule mehr als möglich. Laut einer Berechnung der Landeselterninitiative für Bildung würde sich die Klassengröße bis ins Jahr 2025/26 an einer Gemeinschaftsschule auf 19 bzw. 16,8 Schülerinnen und Schüler reduzieren, wenn die Anzahl der Klassen so erhalten bleiben würde, wie sie heute ist und keine Klassen zusammengelegt würden. Von einer nicht finanzierbaren Lösung kann man also keinesfalls reden. Vielmehr stellt sich die Frage, ob die Landesregierung hier nicht vom „Bock zum Gärtner“ wird.
„Wenn ein Bildungsminister die Aussage macht, dass der Anteil an Schülerinnen und Schülern, die den Hauptschulabschluss erreichen, ja nicht schlecht ist, sondern besser als wenn sie gar keinen Abschluss haben, dann frage ich mich wirklich ob es ihm wirklich um die Verbesserung unseres Bildungssystems geht. Es scheint vielmehr, als gehe es nur darum, schöne Bilanzen, mit möglichst wenig Schulabgängern ohne Abschluss ausweisen zu können! Aus Sicht des Juso Kreisverbandes Saarlouis ist es wesentlich wichtiger, sich dafür einzusetzen, dass mehr Schülerinnen und Schüler einen möglichst hohen Bildungsabschluss erlangen, als sich damit abzufinden. In der Negativliste der meisten Hauptschulabschlüsse bundesweit rangiert das Saarland auf Platz 1.“, so Hiry weiter. „Das bedeutet wir haben die meisten jungen Menschen mit Hauptschulabschluss und liegen bei den höheren Bildungsabschlüssen höchstens im unteren Drittel."
Die Landeselterninitiative für Bildung hatte gemeinsam mit dem Schülerbündnis Saarlouis eine Podiumsdiskussion zum Thema „Kommt sie? Und wie gut wird die Gemeinschaftsschule?“ in der erweiterten Realschule I in Saarlouis organisiert, bei der Bildungsminister Kessler (Büdnis’90/DieGrünen), Ulrich Commercon (SPD) und Barbara Spaniol (DieLinke) im Podium saßen.