von H. Wendorff & F.Backes
Durch jahrelange Unterschätzung des Gefahrenpotentials seitens staatlicher Stellen war es für eine Gruppe von Neonazis in Zwickau möglich, mehrere Anschläge zu planen und durchzuführen. Dadurch beunruhigt, schrieben die Jusos Dillingen Bürgermeister Franz-Josef Berg einen Brief, um auf Entwicklungen in Dillingen hinzuweisen.
In Dillingen gab es jahrelang die als „Nazi-Kneipe“ geltende Gaststätte «Die Pumpe». Zur Zeit ist diese Gaststätte geschlossen. Gerüchten zufolge versuchen Neo-Nazis sie aufzukaufen. Die Jusos Dillingen fordern in ihrem Brief den Bürgermeister und seine Verwaltung auf, diesen Prozess zu beobachten und gegebenenfalls einzuschreiten und von ihrem Vorkaufrecht Gebrauch zu machen. „Bei den Besuchern und Besucherinnen der Gaststätte handelt es sich nicht um Jugendliche, die auf der Suche nach ihrer Identität sind, sondern um aktive Mitglieder der Sturmdivision Saar. Diese Personen sind nicht nur im Saarland aktiv, sondern beteiligen sich auch an Aufmärschen in ganz Deutschland. Sie stehen für ein Weltbild, welches Menschen bewusst ausgrenzt. Jedoch werden hierbei Menschen mit

nicht-deutscher Herkunft und Andersdenkenden nicht nur ausgegrenzt, sondern auch bedroht.“, so Fabian Backes, Co-Vorsitzender des Juso Stadtverbandes.
Des Weiteren fordern die Jusos in ihrem Brief, dass der Bauhof mit der konsequenten Entfernung der Plakate, Aufkleber und anderen Symbolen, die Werbung für menschenverachtendes Gedankengut machen, beauftragt wird. Dillingen ist seit je her eine Stadt, die von kulturellen Einflüssen aus vielen Ländern lebt, angefangen bei der Gründung der Dillinger Hütte 1685 durch den Marquis Charles Henri de Lénoncourt. Wir sollten darauf achten, dass sie nicht zu einem Planungszentrum und Rückzugsort für Faschisten wird. Deshalb fordern wir, dass die Stadt Dillingen sich klar gegen Neonazismus, Faschismus, Rassismus und menschenverachtende Einstellungen positioniert.
„Eine starke Präsenz von Neonazis in Dillingen würde nicht nur Menschen mit Migrationshintergrund verunsichern, sondern alle Menschen mit demokratischer Gesinnung. Es kann nicht im Interesse des Bürgermeisters sein, dass ein Großteil der Bevölkerung in Angst leben muss, Opfer von neonazistischen Übergriffen zu werden. In unserer Stadt leben Menschen mit verschiedenen Hintergründen sei es nun Religion, Herkunft oder Nationalität, friedlich zusammen. Dieses Zusammenleben sollte nicht gefährdet werden.“, so Hanne Wendorff, Co-Vorsitzende des Stadtverbandes.
Den offenen Brief an Bürgermeister Berg gibt es >hier<.
Grafik (Faust mit Rose gegen Nazis) zur Verfügung gestellt von Johannes Gorges, Jusos Rheinland-Pfalz